Mutmonster 2

Ja, Sarah Connor: Ich habe das auch alles so gewollt. In vier Tagen haben meine Minis Geburtstag. Acht Jahre ist es dann her, dass mein Leben sich auf einen Schlag gründlich verändert hat, und es noch immer tut. Nun ja, acht Jahre, ist ja nicht soooo was besonderes, werdet ihr vielleicht denken. Und doch habe ich die Veränderungen in den letzten Jahren zwar immer wahrgenommen, aber seit dem Übergang vom Baby- zum Kleinkindalter nicht mehr als so tiefgreifend empfunden wie jetzt. Denn meine Minis haben gerade die erste Klasse hinter sich gebracht. Und sich verändert. Ein paar Gedanken.

  •  Ich rede mir einfach täglich ein, dass „blöde (Mama, Schwester, Hausaufgabe)“ in Langform heißt: „Ich bin müde, habe Hunger, will nicht reden, hatte einen doofen Tag…“
  •  Schon wieder ein ausgefallener Milchzahn. Die purzeln wie Dominosteine.
  • Ich fühle mich alt: „Mama, du hast so viele Falten. Frau Schmidt, unsere Religionslehrerin sieht viiiiiiel jünger aus.“
  • Frau Schmidt ist nicht jünger.
  • Wer hat Hausaufgaben erfunden? Den hasse ich. Sagt der Mini. Denke ich ab und an auch heimlich.
  • Nichts mehr herbeisehnen als einen Abend und Tag ohne die Minis. Sich morgens schrecklich einsam fühlen, wenn sie wirklich weg sind.
  • Ach, wenn ihr schlaft seht ihr aus wie vor acht Jahren, als ich neben eurem Bettchen saß.
  • Bauchweh, Zahnweh, Kopfweh? Bin ich froh, dass ihr mir das endlich sagen könnt!
  • Trotzdem hätte ich gerne einen Kinderarzt als Mann. Entschuldige, Schatz. Oder eben als Bruder. Oder Schwager.
  • Nach jedem Hausi-Machen die unzähligen Radierkrümel wegkehren.
  • “Mami, deine Nase sieht aus wie von einem Krokodil.”
  • Hausaufgabe machen? Jetzt ein Kaffee zur Beruhigung der Nerven! Ich trinke unendliche Mengen.
  • Eure kindliche Freude, wenn euch abends eure Kuscheltiere einzeln Gute-Nacht-Sagen. Euer Strahlen. Wie fest Ihr sie an euch drückt. Ach…
  •  Innerlich Abbitte leisten an alle Mütter, die man für überspannt gehalten hat, wenn sie sagten: „Mit der Schule ist alles anders geworden.“
  •  Ist „Mann, Alter“ vielleicht ein neues Lernwort?
  • Nur noch zehn Jahre seid ihr Zuhause.
  • Ich wäre Stammgast in deinem genialen Lego-Restaurant auf Stelzen im Meer, mit Dachterrasse und Liegestuhl.
  • Oh Gott, noch zehn Jahre??
  • Woher um alles in der Welt weiß das Kind nur wie Topmodels laufen?
  • Immer noch Schnüffelhase und Mäusefrosch zu euch sagen. Ein empörtes „Ich bin kein….“ dafür kassieren.

Was sind eure schönen, lustigen oder traurigen Momente mit euren Kindern in der Zahnlückenpubertät?

Eure Jules.

P.S. Der Song “Wie schön du bist” von Sarah Connor findet sich auf ihrer neuen CD Muttersprache (Deluxe Version). Die Zitate “Ganz viel Gold. Und ein bisschen Terror” sowie “Ich habe das auch alles so gewollt” sind angelehnt an Liedzeilen aus dem Song “Wie schön du bist”.