1. Geburtstag

Kaffee und Prosecco schlürfen, Kuchen und Häppchen essen: Der erste Kindergeburtstag ist mehr eine Feier für uns Erwachsene, nicht für die Mini, das ist klar. Man muss ja auch erst mal langsam reinkommen in diese Kindergeburtstage und -festivitäten. Wobei der erste Geburtstag sicher noch Peanuts ist im Vergleich zum Zweiten. Und wie ist es dann erst beim 3., 4., 5., … Geburtstag? Lärmpegel und Unterhaltungsprogramm steigern sich sicher von Jahr zu Jahr. Wie viele Kinder auf einen Haufen sind wohl zu viel für unsere Wohnung und unser Gemüt? Schwer zu sagen. Wobei sich alle ganz ordentlich und gesellig benehmen, als es soweit ist – Kinder wie Erwachsene. Unsere Mini verlässt zeitweise mal kurz den Raum, weil es ihr wohl entweder doch zu viel oder zu langweilig ist. Und der Mann hinterher. Erst als der ganze Trubel dann schlagartig vorbei ist, kommen wir dazu, ein Résumé zu ziehen. Wie war das erste Jahr mit unserer Mini? So viel ist passiert und so viel ist auch schon wieder überholt. Ein paar Gedanken:

  • Der Tag fühlt sich fast an wie der eigene Geburtstag. Mit etwas mehr Deko vielleicht und die Hauptperson ist natürlich eine andere. Aber man ist trotzdem aufgeregt, freut sich, denkt zurück – wehmütig, geschafft, glücklich.
  • Wir haben unsere erste Geburtstagskrone von der Kinderkrippe bekommen. So cool! :)
  • Oh ja, wir leben im Hier und Jetzt. Das ist uns bewusst. Jeder Tag ist eine Überraschung. Jeder Tag bringt etwas Neues. Gerade an etwas gewöhnt, ist es morgen garantiert anders. Heute gut schlafen, morgen gar nicht schlafen und anders rum. Gestern noch am Rockzipfel hängen, heute alleine die Welt entdecken, und morgen wieder nur getragen werden wollen. Und jetzt ist sowieso alles anders, jetzt geht die Mini ihrem eigenen kleinen „Mini-Job“ nach. Sie geht in die Krippe.
  • Wo ist eigentlich diese Wolke vom Anfang nur so schnell hin? Ich meine nicht unbedingt die rosarote, sondern diese eigene, kleine, isolierte Insel auf der man sich befand. Als man noch in seiner Parallelwelt lebte und schlichtweg funktionierte, mit Zeitrechnung in Zeitfenstern, eingemummelt mit einem abwechselnd schlafenden, trinkenden, schreienden Mini zuhause. Oder wie war das alles noch einmal genau? Ist schon so lange her.
  • Jetzt steht da auf einmal so eine kleine Persönlichkeit vor mir, die in die Hände klatscht und tanzt, die Nase rümpft, mit den Augen rollt und zu mir zum Kuscheln und Umarmen kommt. (Ok, auch zum Weinen, Essen, Kratzen, Beißen…)
  • Eine andere Wolke zieht scheinbar nicht so schnell vorbei: Die Schlaf- und Ratlosigkeit, wenn die Mini nachts aufwacht und schreit. (Aber zum Schlafen habe ich schon einmal etwas geschrieben: Schlaflose Nächte)
  • Ich erinnere mich an zahlreiche, endlose Spaziergänge….
  • …und an unzählige erste Male: Die ersten kleinen wieder gewonnenen Freiheiten, wenn sie von jemand anderem ihr Fläschchen bekommt. Oder bei Oma und Opa übernachtet. Das erste Mal seit langem wieder Fahrradfahren. Die ersten eigenen Steh- und Gehversuche der Mini.
  • Und natürlich: Das erste Mal Spielplatz. Was für eine Sauerei ist das nur mit dem ganzen Sand?! Und Babyschaukeln sind wohl eine Rarität in München?
  • Meine neue Aufgabe: den ganzen Tag für ausreichend Brezen-Versorgung sorgen und die klebrigen Reste von überall aufspüren und entfernen.
  • Bestes Workout ever: Tragen, tragen, tragen. Meine Armmuskeln haben sich bestimmt verdreifacht.
  • Was würde ich nur ohne Mini’s Großeltern machen?! Ein großes DANKEschön an die besten Babysitter der Welt! Es hört wohl nie auf, dass man seine eigene Mama (und Schwiegermama) braucht.
  • Die Eingewöhnung in der Krippe: Was mache ich auf einmal mit so viel Zeit? Was als Erstes? Einkaufen? Café trinken? Buch lesen? Laufen gehen? Ich stehe erst mal ratlos auf der Straße und weiß nicht wohin.
  • Die anderen Mütter in der Krippe, die mit ihren 2jährigen oder 3jährigen Geburtstagskronen-Kindern nach Hause laufen, wirken schon alle so routiniert.
  • Die Parallelwelt ist schon lange vorbei. Wir sind wieder angekommen in der Wirklichkeit. Das erste Babyjahr ist vorbei. Ich fange wieder an zu arbeiten!!
  • Die Routine kommt wohl mit dem nächsten Jahr. Terrible Two heißt es irgendwie immer wieder. Ich bin gespannt. Also auf ins nächste Jahr! Du kannst kommen!

Eure Pi

Dekoration zum 1. Geburtstag