Buch_Wetter_im_anzug

Selbst ein Buch schreiben? Puh, das klingt toll! Mein “Babyspiele für das erste Lebensjahr”, ist mein erstes, aber es ist ein Sachbuch. Das war schon eine große Herausforderung, und  ich wage mal zu behaupten, dass ein Roman noch um einiges schwieriger ist. Sich wirklich eine ganz neue Welt auszudenken, mit allem Drum und Dran – von Personen, über Handlung, einen roten Faden, einen tollen Schluß: Davor habe ich echt Respekt! Wenn man das Buch dann auch noch im Eigenverlag herausbringt – dann sprechen wir von wahrer Leidenschaft fürs Schreiben und für das Erstlingswerk. Claudia Casagrande (siehe Foto) hat es so gemacht: Die Online-Journalistin hatte eine wunderschöne Idee für ein Kinderbuch: Und sie hat sie zu Papier gebracht. Ein Familienstück ist das Buch in jeder Hinsicht: Claudias Vater, Rudolf Casagrande, hat nämlich die Illustrationen dazu geliefert, er ist Künstler. Claudia hat uns ein bißchen was über die Entstehung von “Wetter im Anzug” erzählt. Aber ihr seid sicherlich erstmal neugierig, wovon das Buch überhaupt handelt? Aber bitte sehr:

Es geht um die kleine Antonia, die das Wetter plötzlich sehen und hören kann:  Herr Regen und Frau Wolke bitten sie um Hilfe, weil sie dauernd vertrieben werden. Aber von wem? Vom Wind? Vom Sturm? “Wetter im Anzug” ist eine spannende und lustige Geschichte über ein Mädchen in Abenteuern. Und über das Wetter in all seinen Ausprägungen. Regen, Wind, Wolken – das alles sieht man nach der Lektüre mit anderen Augen, so viel ist sicher!

Also, meine Minis waren begeistert von “Wetter im Anzug”, und vielleicht sucht ihr gerade noch ein Geschenk für eure Minis? Oder die Kinder eine lieben Freundin?

“Wetter im Anzug” könnt ihr übrigens zum Beispiel hier bestellen: Wetter im Anzug: Antonia bekommt Besuch. Auch als Hörspiel, von Claudia selbst eingesprochen, ist es erhältlich. Und so sieht übrigens Claudia aus:

Claudia Casagrande

Liebe Claudia, ist „Wetter im Anzug“ dein erstes Kinderbuch?

Ja. Ich hatte gerade einen sehr stressigen Job hinter mir und überlegte: Was nun? Und bestimmt fünf Freunde und Bekannte meinten: “Du schreibst doch jetzt sicher ein Buch …!“ Und dann dachte ich mir irgendwann – warum nicht? Schließlich schreibe ich sehr gerne. Und wenn nicht jetzt, wann dann?

Wie kamst du auf das Thema?

Wir saßen nach einem Ausflug im Auto und ich meinte: “Schau mal, da legt sich schon der Nebel aufs Feld“, und musste lachen.  Wenn man das wörtlich nähme und sich vorstellte, wie sich da ein Nebelmann aufs Feld legt … . Und da fielen mir noch mehr Aussprüche in diese Richtung ein: Der Föhn bricht durch, der Regen klopft ans Fenster, …  . Diese Überschriften waren dann quasi das Gitternetz, an dem sich meine Geschichte entlang entwickelt hat. Ich wollte, dass auch die Eltern ein wenig Spaß beim Vorlesen haben, und nicht nur die Kinder beim Zuhören oder Lesen.
Außerdem hatte mir zur gleichen Zeit eine Freundin erzählt, dass sie andauernd über traurige, tragische Geschichten stolpert, und ihrem Kind gerne mal wieder etwas Positives, Lustiges vorlesen würde.

Haben deine Kinder dir bei der Entwicklung der Geschichte „geholfen“?

Ich selbst habe keine Kinder. Ich durfte aber den Kids einer guten Freundin vorlesen und habe die Reaktionen und die Kritik der zwei, plus ihrer Freunde, die ab und zu vorbeikamen, sehr ernst genommen. Die Kürze der Kapitel habe ich zum Beispiel Henri (damals fünfeinhalb) zu verdanken. Außerdem hat mir die Kritik und Korrektur einer Freundin aus einem früheren Creative Writing-Kreis sehr geholfen. Das Schwierigste ist ja, zu kürzen oder mal schneller zum Punkt zu kommen. Da ist es gut, wenn jemand einen einfühlsam in die richtige Richtung schubst.

Ist es nicht wirklich schwer, sich immer wieder zum Schreiben zu disziplinieren?

Überhaupt nicht. Mir macht das Schreiben und Fabulieren total viel Spaß. Es ist ja keine Doktorarbeit und keine Arbeit, die ich für jemanden anderen mache, daher habe ich mich immer wieder sehr sehr gerne an den Computer gesetzt. Ich wollte ja selbst wissen, wie das Abenteuer von Antonia weitergeht.

Was ist eigentlich dein liebstes Kinderbuch (außer deinem eigenen)?

Spontan fallen mir Titel ein wie “Als wir ein­ge­schneit waren“ von Hans Peterson, „Die Omama im Apfelbaum“ von Mira Lobe oder “Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee“ von Kästner – wobei ich gar nicht mehr genau sagen könnte, worum es ging. Außerdem identifizierte ich mich komplett mit dem kleinen Mädchen in „Der kleine Esel Benjamin“. Ich mochte auch Ronja Räubertochter von Astrid Lindgren sehr gerne. Und natürlich auch „Die unendliche Geschichte“ und „Momo“ von Michael Ende. Später war ich natürlich auch Enid Blyton-Fan von “Hanni&Nanni” bis “Geheimnis um …“.
Was ich nicht mochte war “Die Brüder Löwenherz” von Astrid Lindgren. Das war mir viel zu traurig!

Ist schon ein neues Buch geplant?
Noch nicht. Aber immer wieder stolpere ich über Ideen oder Freunde sagen: “Ach, das könnte ja dein nächstes Buch werden.“ Aber jetzt möchte ich erst einmal “Wetter im Anzug” auf die Beine helfen und sehen, dass ein paar Kinder Spaß mit dem Buch haben. Die Bekanntheit zu steigern, ist im Eigenverlag gar nicht einfach. Und auch die Zielgruppe zu erreichen, ist schwieriger als ich gedacht hatte. Wobei ich jetzt schon meine erste Lesung in einem Kindergarten vor Schulhüpfern hinter mir habe. Und das hat so viel Spaß gemacht, dass ich das jetzt sicher noch öfter machen werde.

(Fotoquelle Porträt: Claudia Casagrande)