Aus der Stadt in den Vorort

Jetzt also auch wir. Die ewige Wo-ziehen-wir-nur-hin-In-der Stadt-ist-es-so-schön-aber-wir-brauchen-einfach-mehr-Platz-und-einen-Garten-Diskussion ist finally beendet. Seit über 2 Jahren sind wir auf der Suche nach einer neuen Wohnung oder einem kleinen Häuschen gewesen. Alle möglichen Immobilienvarianten haben wir uns angesehen und gedanklich durchgespielt: alt, neu, Stadtwohnung, Haus auf dem Land, im Westen, im Osten, mit und ohne Garten, teuer oder megateuer. Wie das in München eben so ist mit den Immobilien. Man braucht Geduld und Nerven. Jetzt sind wir irgendwie hängen geblieben an diesem einen Häuschen und ziehen DOCH in den Vorort. Es gefällt uns einfach. Hätte mir das jemand vor 2 Jahren gesagt, hätte ich den Kopf geschüttelt. Mein Stadtleben ist nun also gezählt. Es ist Zeit sich zu Verabschieden…

Zum Glück noch nicht sofort. Wir haben noch den ganzen Sommer, bevor wir in unser frisch renoviertes Häuschen am Stadtrand einziehen werden. Es bleibt also noch Zeit, um gebührend Auf Wiedersehen zu sagen und die Vorzüge mitten drin zu wohnen in vollen Zügen zu genießen.

Trotzdem: Bei jeder Joggingrunde fange ich jetzt schon an, mich innerlich von Straßen und Kreuzungen zu verabschieden. Hier noch einmal an der Ecke vorbei, die schöne Allee mit den Bäumen rauf, eine Runde im alten Friedhof drehen (oh wie werde ich den vermissen!), kurz an einer der 30 Ampeln stehen bleiben, dann weiter, an unserem Sushi-Place vorbei, und über den Königsplatz zurück.

Bye Bye, Stadtleben! Bye bye, geliebte Optionen: Auf dem Heimweg hier noch einen leckeren Smoothie mitnehmen oder lieber doch ein Espresso in dem Café neben der Krippe trinken? In welcher der 5 Bäckereien um die Ecke hole ich heute frische Brezn? Vielleicht auch ein spontaner Shopping-Spaziergang zu dem kleinen Laden, wo ich letztens das hübsche Teil im Schaufenster gesehen habe? Auf dem Weg könnte ich auch noch das Geschenk für den nächsten Kindergeburtstag besorgen. Und wenn es doch zu weit ist, springe ich eben für eine Station in die Tram ein…

Ich mag es einfach, alles in Fußweite zu haben, Leute um sich herum zu haben, dem Straßentreiben zuzusehen, nie lange nach Hause zu brauchen.

Das bringt mich aber auf ein anderes Thema: Bye Bye, StadtLÄRM! Meine Mini benutzt mit ihren 1,5 Jahren die Worte „Lärm“ und „laut“ mit Vorliebe und zeigt dabei auf die Straße draußen, wo die Bauarbeiter und Bagger zugange sind, oder die Autos wieder wie wild hupen. Es dauert nicht mehr lange, und wir werden endlich ohne selbst hupen zu müssen, in unsere Einfahrt rein- und rausfahren können, wann immer wir wollen, ohne dass jemand davor steht.

Außerdem heißt es auch bald: Bye Bye, 5. Stock! Trotz Aufzug werde ich das ganze Geschleppe wohl kaum vermissen. Dafür aber den Blick auf das Straßentreiben von unserer Wohnung ganz oben. Ich liebe den Ausblick über die Dächer! Und den Blick in die anderen Wohnungen gegenüber natürlich! ;)

Typisch, dass einem, wenn es soweit ist, vorwiegend die „guten“ Dinge in den Kopf schießen, die man vermissen wird. Wenn wir jetzt keine Wohnung in Ausblick hätten, würde ich mich weiterhin maßlos über viel zu wenig Platz und Stauraum auslassen und dem Sommer unentspannt entgegensehen, weil wir in unserer Bude brutzeln werden, ohne Balkon. Und dass die Mini immer noch kein eigenes Zimmer hat… Ja stimmt, da fällt es mir wieder ein, warum ich mich echt auf unseren Umzug freue!

Der Abschied aus unserer guten alten Stadtwohnung wird mir allerdings echt schwer fallen. So viel haben wir hier schon zusammen erlebt. Erst zu zweit, dann zu dritt. Viele liebe Leute da gehabt, mit Ihnen gefeiert, Café getrunken, geratscht, in der Hood spazieren gewesen. Um es in Rachel’s und Monica’s Worten auszudrücken: It’s the end of an era!!! (https://www.youtube.com/watch?v=KOqhN3Vfyeg) Aber ich bin mir sicher: It is also the beginning of a new one. ;)

Übrigens ist es bei Jules auch ganz bald soweit. Sie zieht zurück nach München! Juhu, ich freu mich schon! Mehr davon bald hier auf dem Blog.

Alles Liebe,

Eure Pi