Sonntags am Meer

Manchmal kommt eben alles anders als man denkt. Wie mit unserem Umzug zum Beispiel. Eigentlich sollte es ja in unser renoviertes Häuschen gehen, über das ich hier mal berichtet hatte. Aber wir haben uns für eine vorübergehende Planänderung entschieden und sind – weit weg von meinem geliebten München – nach Südfrankreich gezogen. Eigentlich ein eher schlechtes Timing, nachdem auch Jules gerade erst zurück nach München gezogen ist. Das machte uns die Entscheidung zu gehen, nicht gerade leichter. Aber wenn nicht jetzt, wann dann, dachten wir uns? No risk, no fun, oder so ähnlich. Und die Mini ist erst zwei Jahre. Das passt eigentlich gut. Und schon sitzen wir hier im schönen Frankreich, sind Expats in Frankreich. Ich kann es manchmal selbst noch kaum glauben. Wir wohnen jetzt dort, wo andere zum Urlaub machen hinfahren. Und trotzdem ist hier nicht alles nur Urlaub natürlich. Aber schon vieles… :)

  • Die gute bayerische Breze, bis vor Kurzem eines der Hauptnahrungsmittel unserer Mini, ist schneller vergessen als gedacht. In der ersten Woche wurde noch ab und zu danach gefragt. Jetzt heißt es nur noch: ” Ich möchte Baguette essen?”, “Baguette!!! Mehr Baguette, bitte!”
  • Insgeheim schließe ich mich da an. Mehr Baguette bitte!! Morgens, mittags, abends…geht immer, schmeckt einfach soooo gut.
  • Genauso ist das natürlich mit dem Käse.
  • Warum gibt es hier keinen DM, Rossmann oder Müller??? Ihr fehlt mir!
  • Wenn ich im Gemüsemarkt einkaufen gehe, kommt es mir jedesmal vor, als würde ich ein Gourmet Menu zaubern wollen.
  • Jeden Morgen immer wieder dieses französische Radio und ich verstehe weiterhin so gut wie nichts. Oh je…
  •  Huhu, Heimatgefühle: Zum Glück ist Ikea auf der ganzen Welt gleich. Da kommt man auch ohne perfektes Französisch zurecht.
  • Im Supermarkt, in der Stadt, in der Nachbarschaft, ständig wird unsere Mini angesprochen und freudestrahlend begrüßt. Wir lächeln beide einfach brav zurück, Oui, oui, während wir nur die Hälfte von dem verstehen, was uns an französischen Wörtern entgegen kommt.
  • 22 Grad Ende Oktober ist ok, oder?
  • Was für ein Freizeitstress: Sonntag Nachmittag gemütlich in der Sonne eine Runde Boule spielen oder ans Meer fahren?
  • Kein Wunder, dass die Franzosen für Romantik bekannt sind, die Farben sind hier irgendwie anders. Alles hat so einen Pastellfilter…vor allem dieses Abendlicht!! Hammer…
  • Ich drücke mir regelmäßig die Nase platt an den Boulangeries und Patisseries und komme selten ohne Macarons dort raus.
  • Ok, vielleicht freue ich mich auch ein bisschen auf schönes, reines, dunkles Vollkornbrot bei meinem nächsten Heimaturlaub.
  • Überall diese Picknick-Bänkchen… :) So süß irgendwie.
  • Spielplätze ohne Sandkasten.
  • Ich dachte immer, Frankreich ist bekannt für sein gutes Krippennetz?
  • Ich werde mir das Buch “Warum französische Kinder keine Nervensägen sind” noch einmal zur Brust nehmen.
  • Was für ein Traum, diese Kinderläden hier! Über die französischen Kinderlabel werde ich sicher noch ausführlicher berichten.
  • Nach drei Wochen begrüßt unsere Mini ihren Papa, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt, mit: “Bonjour Cherie!” ;) (Ok, es hat einen leicht bayerischen Akzent und klingt ungefähr so: Boschua Särie!)
  • Zum Glück ist mein geliebtes Munich nicht weit weg und ich komme es regelmäßig besuchen.
  • To be continued.
  • A bientot.

Alles Liebe,

Eure Pi

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