2. Schwangerschaft

Woran merkt man, dass man mit dem zweiten Kind schwanger ist und nicht mit dem ersten? Kommt das jemandem bekannt vor: In der zweiten Schwangerschaft ist irgendwie alles anders, oder? Sie läuft einfach nebenher mit. Zunächst. Und dann auch wieder nicht. Bei uns kam auch noch dieser Umzug nach Frankreich hinzu, der hat sowieso erst einmal alles auf den Kopf gestellt. Mehr Gedanken zu meiner zweiten Schwangerschaft in Frankreich:

  • In der ersten Schwangerschaft habe ich beinahe die Tage mitgezählt: 17+4, 20+1, 23+5… Heute muss ich schon manchmal überlegen, in welchem Monat ich überhaupt bin. Egal, „das Kind kommt auf jeden Fall im Mai“.
  • Im 6. Monat feststellen, dass ich noch gar kein Schwangerschaftsöl besitze. Ups!
  • Wo ist noch einmal das aktuellste Ultraschall-Bild? Warte, ich muss erst einmal suchen…
  • Der ganze Schwangeren-Zauber ist irgendwie vorbei: Sätze wie „ Ach, ich vergesse immer, dass Du schwanger bist!“ habe ich beim ersten Kind nicht gehört. (Nachdem man sich für den Nachwuchs Nummer 1 schon einmal grundsätzlich für ein „neues“ Leben entschieden hat, überrascht es wohl keinen mehr, dass da noch ein zweites, drittes, x-tes Kind hinterher kommt.)
  • Geht mir ja nicht anders. Zumindest anfangs, als man noch nichts gesehen hat. Schließlich lenken mich Mini Nummer 1 und unser Umzug bestens ab. In den ersten Wochen fiel es mir oft erst abends wieder ein und ich hatte fast ein schlechtes Gewissen.
  • Das hat sich relativ schnell geändert. Meinen Bauch kann man jetzt nämlich schon lange nicht mehr übersehen. Und nein, ich bin noch nicht im 8. Monat…
  • Ab dem 6. Monat nichts mehr über 5 Kilo tragen? Haha!!
  • Macht es was, wenn der Bub den rosa Schlafsack von seiner Schwester tragen muss? Nicht, oder?! Das sieht eh keiner und echt keine Lust schon wieder so viel teure Klamotten zu kaufen, die alle zwei Monate erneuert werden müssen…
  • Die wichtigste aller Fragen: Wie bekommen wir unsere Mini Nummer 1 nur am Besten betreut, wenn es soweit ist und die Geburt losgeht?! Wie schnell kann eine Oma parat sein? Was ist der Notfall-Plan?
  • Eine schwere Geburt ist bei uns auf jeden Fall die Entscheidung, ob die Entbindung in München oder Frankreich stattfinden wird. Wir werden noch sehen. Aber die französischen Krankenhäuser müssen das ja eigentlich ganz gut können mit dem Kinder-auf-die-Welt-bringen, so viele kleine Franzosen wie hier geboren werden!
  • In Frankreich ist sowieso vieles anders, als ich es von meiner Schwangerschaft mit Mini Nummer 1 kenne. Anstatt nur zu meiner Frauenärztin zu gehen, rennt man zu drei verschiedenen Stellen: ein Gynäkologe für alle Regeltermine, eine Spezialistin für die drei großen Ultraschalltermine, und ein extra Labor für alle Blut- und Urinuntersuchungen. Hebammen gibt es natürlich auch noch.
  • Mit nur einem Kind unterwegs zu sein, ist übrigens eher ungewöhnlich. Ich weiß nicht, wie oft wir gefragt wurden, ob Mini Nummer 1 unser einziges Kind ist. Seltsam, irgendwie. Diese Frage hatte ich in München nie gehört.
  • Die gemeinste Versuchung für mich ist dieses Mal nicht Schokolade, sondern: Rohmilchkäse! Nachfragen ist sinnlos. Die Antwort ist gerne: „Oui, c’est fromage normal!“ Ob die Französinnen selbst das also auch so genau nehmen mit dem pasteurisiert oder nicht? Ich weiß es nicht. Mein Arzt in Frankreich hat mir jedenfalls nichts dazu gesagt.
  • Ganz wichtig: Nur gut vorbereitet zum Gyn gehen, mit einem Zettel von Schwangerschafts-Vokabeln und Fragen auf französisch, die ich sicher stellen möchte. Blöd nur, wenn ich meistens trotzdem die Hälfte vergesse (Hallo, Schwangerschaftsdemenz, Dich kenne ich noch sehr gut vom letzten Mal!) und außerdem eh nur Gesprächsteile verstehe…
  • Ich bin so froh, das alles schon einmal mitgemacht zu haben. In der ersten Schwangerschaft hätte mich das verrückt gemacht.
  • Google kannte damals wohl auch jedes kleine Mini-Problemchen von mir. Das tut es jetzt nicht mehr. Zumindest weiß es aber, dass ich schwanger bin und mir die französischen Wörter dafür fehlen. Sonst schlage ich lediglich alle paar Wochen einmal unser schlaues Buch auf, um nachzulesen, was alles so passiert ist in den letzten Schwangerschaftswochen…
  • Die Ärzte und Hebammen nehmen sich hier so unglaublich viel Zeit. Ich habe fast schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich nach über einer Stunde wieder gehe… Auch das kenne ich nicht aus München. Da war ich fast froh, wenn ich meine Frage manchmal noch beim Hinausgehen hinterherrufen konnte. (Und dann wurde eh wieder gegoogelt)
  • Ich vermisse mein Schwangerschafts-Yoga bei Tori!!
  • Eines ist gleich geblieben: Wir freuen uns meeeega auf Mini Nummer 2, auch wenn Mini Nummer 1 noch etwas skeptisch ist, was den Bauch und den Nachwuchs angeht („Bei Mama nicht mehr turnen, nur noch bei Papa!”)

Alles Liebe,

Eure Pi

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