Weihnachtsbücher Kinder

Rituale sind etwas Wunderbares. Zur Weihnachtszeit ganz besonders. Sie geben uns ein Gefühl von Vertrautheit, Verlässlichkeit und Geborgenheit und manche von ihnen erinnern uns an unsere eigene Kindheit.

Hat man selbst Familie, ist es an der Zeit, sich neue Rituale zu überlegen oder einige aus der Kindheit zu übernehmen. Wir verraten euch heute, was unsere Rituale in der Weihnachtszeit sind, was wir traditionell jedes Jahr machen – wie uns warm ums Herz wird. Wir wünschen euch eine schöne Adventszeit,

Eure Jules & Pi

Hier sind Pi´s schönste Weihnachtsrituale:

Glockenleuten: Seit ich mich an Weihnachten zurückerinnern kann, habe ich den Klang dieses speziellen Glöckchens im Ohr, das den Heilig Abend einläutet. Auch als uns schon längst klar war, dass es kein Christkind gibt und lediglich meine Eltern die letzten Vorbereitungen trafen, warteten meine Brüder und ich gerne auf dieses vertraute Läuten. Dabei klingt aber nicht irgendein Glöckchen, sondern dieses ganz bestimmte Messing Glöckchen, das meine Mama als Kind selbst eines Tages in ihrer Heimatstadt im Schnee fand. Natürlich mit einem ganz eigenen und besonders schönen Klang, ist klar. Daher bin ich schon seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem ebenso speziellen Glöckchen, an das sich auch meine Mini gerne erinnert.

Skifahren an Heilig Abend: Am 24.12. geht es ab auf die Pisten! Die Skigebiete sind noch total leergefegt vor dem Ansturm an den Weihnachtstagen. Als wir selbst Kinder waren, fuhr mein Papa mit meinen Brüdern und mir traditionell immer an Heilig Abend einen halben Tag Ski. Wir hatten unseren Spaß, waren aufgeräumt und meine Mama hatte vormittags in Ruhe Zeit für die letzten Vorkehrungen, bevor die Meute dann wieder zu Hause einfiel und sich über die Würstelsuppe hermachte.

Baumschmücken mit Weihnachtsmusik in Endlosschleife: Baumschmücken war bei uns schon immer Frauensache. Dazu höre ich gerne richtig kitschige Weihnachtsmusik. Jingle Bells, Driving Home for Christmas, Do they know it’s Christmas und und und Wenn ich davor noch nicht in Weihnachtsstimmung war, werde ich es spätestens jetzt so richtig.

Selbstgebackener Weihnachtsstollen: natürlich macht meine Mama jedes Jahr den besten Weihnachtsstollen!! :) An das Nachbacken habe ich mich bisher noch nicht rangetraut. Dafür wird es vielleicht nächstes Jahr mal Zeit. Dieses Weihnachten stürze ich mich einfach wieder so auf den Stollen meiner Mama oder auf den von Juliane. (Der schmeckt natürlich auch bestens! :) Das Rezept gibt es hier.)

Fondue-Essen: an Weihnachten muss es einfach Fondue geben! Und zwar mit gaaanz vielen leckeren selbstgemachten Saucen zum Dippen für Fleisch, Brot oder Fisch. Da schlemmt man so schön vor sich hin. Hmmm…

Und das macht Jules traditionell in der Weihnachtszeit:

Weihnachtskarten schreiben: Es ist mir eine schöne Tradition geworden, allen lieben Freunden in der Adventszeit eine Karte zu schreiben. Natürlich sind die darunter, die man zum Glück einigermaßen regelmäßig trifft. Aber dann gibt es auch die Menschen, die man im Herzen trägt, und einfach viel zu selten hört, und vor allem sieht. Ich will sie aber trotzdem wissen lassen, dass dich an sie denke, und sie in Gedanken umarme. Ich wähle die Karten immer besonders sorgfältig aus, sie sollen etwas besonderes sein, und vielleicht noch einige Tage länger auf dem Sideboard liegen, oder am Spiegel hängen. Ich liebe zum Beispiel die Karten von Belle & Boo (Karte im Beitrag über Shabby Style, 1,50 Euro, Bildquelle Shabby Style), die Motive sind so schön nostalgisch, aber nie kitschig. Schon oft klingelte plötzlich das Telefon, wenn die Karte bei einer lieben alten Schulfreundin ins Haus geflattert war – und plötzlich war sie da wieder, die Nähe zu Menschen, die nicht viel Zeit braucht im Leben. Die Nähe, die immer bleibt.

In die Kirche gehen: Ich bin nicht besonders religiös, aber ich möchte schon glauben, dass es da etwas gibt, was uns zwar nicht vor allen Wirrungen und Tiefschlägen schützt, mir aber Kraft gibt, wenn ich Sorgen habe. Und durch verschiedene Kindergarten- und Schulveranstaltungen in der Kirche, bin ich auch wieder öfter dort – und empfinde es tatsächlich als Insel im Alltagssturm. Mal nichts erledigen können, das Smartphone gefälligst da zu lassen, wo es ist, zur Ruhe kommen. Und an Weihnachten brauche ich den Kirchenbesuch wie die Plätzchen im Advent. Ein Hallo da, eine alte Bekannte hier. An Weihnachten finden ja fast alle wieder zurück an ihren Geburtsort. Wie ein kleines Klassentreffen ist das oft. Ist der Pfarrer auch noch innovativ, bohrt er in seiner Predigt die eigenen Wertvorstellungen je nach aktueller politischer Lage an, zwingt zur Überprüfung der selben, und lässt nicht selten das Gefühl zurück, zu wenig für andere zu tun. Das „Stille Nacht“ in der verdunkelten Kirche rührt mich jedes Jahr zu Tränen. Nicht immer der Freude.

Heringssalat essen: Ja, ich bin ein bayerisches Mädel, und trotzdem ist der nordisch anzusiedelnde Heringssalat unser absolutes Traditionsessen am Heiligabend. „Schuld“ ist Omi Ilse. Omi kam ursprünglich aus Einbeck, bei Hannover, und hat den Heringssalat auch schon zuhause gegessen. Und die Tradition nach der Heirat mit Opa (aus Franken) fortgeführt. Und so kam es, dass ich schon als Kind am 23. Dezember mit meiner Mami zu Omi gefahren bin. Die jedes Mal schon seit Stunden am Kochen und Schnippeln der Unmengen an Rote Beete, Kartoffeln, Sellerie und Heringe war. Aber der Berg, der noch auf uns wartete, war trotzdem immer noch enorm. Und so schnitten wir den Berg nach und nach klein, rührten,schmeckten ab (also vor allem Omi schmeckte ab!), probierten, schmeckten noch mal ab. Am Ende hatten wir eine riesige Schüssel voller Heringssalat, der aufgrund der Roten Beete eine nicht sehr weihnachtliche, aber richtig schöne, pinke Farbe hat. Danach wurde bei einem Kaffee nochmal resümiert, ob wir das Traditionsessen gleich gut, besser oder schlechter (natürlich nicht!) als im letzten Jahr hinbekommen hatten. Leider lebt meine Omi seit ein paar Jahren nicht mehr, und so bemühen sich meine Mami und ich nach Leibeskräften darum, den Heringssalat ganz nach Omis Vorstellungen und der Tradition zu machen. Und es gibt genau den Moment beim Probieren, da weiß man: Das ist es, das ist der Weihnachtsgeschmack!

Das Christkind ankündigen: Mit meinen eigenen Minis habe ich neue Rituale entwickelt. Eines davon, versucht ihnen die Wartezeit zu verkürzen, und trotzdem die Spannung auf das Christkind zu erhöhen. Während mein McDreamy und ich noch das Weihnachtszimmer und den Esstisch perfekt herrichten – ein Glas hier polieren, ein Geschenk dort anrichten – warten die Minis mit Oma und Opa in ihren Kinderzimmern bis das Klingeln der Glocke verkündet, dass das Christkind da war. Und weil die Wohnzimmerfenster direkt unter denen der Kinderzimmer liegen, machen wir uns einen diebischen Spaß daraus, mit einem Fotoapparat ab und an von der Terrasse aus nach oben in den dunklen Nachthimmel zu blitzen. Jedes mal hören wir dann von oben ein verzücktes „Omi, Omi, guck, da war es – das Christkind!“

Singen: Irgendeiner in meiner Familie spielt immer irgendein Instrument. Ich kann leidlich Klavier spielen, meine Schwester viel besser als ich. Und unser Papa spielt Klavier, Posaune, Trompete – hab ich was vergessen? Und meine Minis trumpfen gerade mit Flötenklängen auf. Da liegt es nahe – und ist eine unumstößliche Tradition – dass vor dem Geschenke auspacken, musiziert und gesungen wird. Unter drei Liedern machen wir es nicht. Nur, dass keiner von uns gut singen kann. Ach egal – der Zweck heiligt die Mittel, und die Stimmung, wenn die ganze Familie vereint vor dem leuchtenden Baum steht, möchte ich nie und nimmer missen.