Weihnachten in Frankreich
Über Nikolaus, Singen, Baumdeko und Krippen in der Weihnachtszeit

Weihnachten in Frankreich

Petit Papa Noel…“ ist das absolute Lieblingslied unserer Mini. Sie lässt kaum eine Gelegenheit aus, es lauthals loszuträllern. Vermutlich werden wir es auch an Ostern noch hören. Jedenfalls hat sie mit Sicherheit verstanden, dass hier in Frankreich nicht das Christkind, sondern der Weihnachtsmann kommt. Und wie ist das sonst eigentlich alles so an Weihnachten in Frankreich bei uns? Diese Frage habe ich in letzter Zeit häufiger gehört. Und dann hat die liebe Jonna von expatmamas in ihrer Blogparade auch noch ganz viele Fragen dazu gestellt, so dass ich darüber einmal ein paar Zeilen geschrieben habe:

Die Nikolaus-Verwirrung

Große Verwirrung gab es bei uns zum Nikolaustag: Der ist nicht so ein fester Bestandteil in Frankreich wie bei uns in Deutschland. Es kommt kein Nikolaus am 6.12. zu den Kindern und steckt ihnen etwas in ihre Schuhe. Macht auch irgendwie Sinn, nachdem ja der Père Noel mit den Geschenken an Weihnachten kommt, gibt es nicht auch noch einen zweiten Weihnachtsmann, der am 6.12. den Nikolaus spielt. Bei uns kam aber natürlich trotzdem der Nikolaus vorbei, wir wollen unserer Mini ja unsere geliebten Rituale näher bringen. Ihr die schönen Traditionen aus beiden Ländern mitgeben. So dachten wir zumindest. Ich hätte das nicht für möglich gehalten, aber die Enttäuschung war groß an Nikolaus. Mini dachte tatsächlich, das war schon Weihnachten. Und warum hat sie den Weihnachtsmann nicht gesehen? War das jetzt schon alles? Warum war alles so schnell vorbei? So unspektakulär. Sie hatte sich das irgendwie anders vorgestellt. Lektion Nummer 1: Unsere Mini ist mit ihren 3 Jahren noch zu klein, um zu verstehen, welche Rituale nun Deutsch sind und welche Französisch. Alles was nicht auch im Kindergarten thematisiert wird bzw. davon abweicht, bedarf extra viel Erklärung und die Geschichte muss zusammenpassen. Logisch!

Olivenbaumzweige statt Tannenbaumzweige

Noch ein paar kleine feine Unterschiede: Der Baum kommt nicht erst an Weihnachten mit dem Christkind… äh… dem Weihnachtsmann, sondern die Franzosen stellen ihren Weihnachtsbaum gerne schon Anfang Dezember auf.  Gefällt mir auch gut, sie sind schön anzusehen, die vielen Lichter durch die Fenster während der Adventszeit. Adventskränze mit jeweils einer Kerze für die 4 Adventssonntage gibt es dafür keine. Und für die Weihnachtsdeko verarbeiteten wir Olivenbaumzweige aus dem Garten statt Tannenbaumzweige.

Bunte Weihnachtsbeleuchtung und Disneyfiguren

Ich mag Weihnachtsbeleuchtung sogar sehr. Und hier in der Provence wird daran nicht gespart. Dabei blinken einem nicht nur klassische Baum- oder Palmenbeleuchtungen entgegen, sondern gerne auch riesengroße Disneyfiguren, Teddys, Hasen und Girlanden in bunten Farben. Ähnlich ist es mit dem Flair der Weihnachtsmärkte. Für meinen Geschmack etwas zu bunt beleuchtet, mit zu vielen Fahrgeschäften und Disney-Heliumluftballons. Das ist tatsächlich aber auch das einzige, das mir hier zur Weihnachtszeit so wirklich fehlt: die traditionellen deutschen Christkindlmärkte daheim. Wenn ich zum Beispiel an die Märkte auf dem Wittelsbacher Platz oder in der Residenz in München denke, wird mir ganz warm ums Herz. Es mag aber auch damit zusammenhängen, dass ich gedanklich einen herrlichen Schneetag verbinde und mir vorstelle, wie ich meine Hände an einem leckeren Glühwein wärme. Oder anders gesagt: Das Wetter ist hier zu gut, der Himmel zu blau, für meine Weihnachtsstimmung…

Wundervolle Krippen

Aber es gibt natürlich ganz viele tolle andere Orte, die durchaus Weihnachtsstimmung vermitteln. Es lassen sich in einigen Städten und Kirchen wunderbare, riesige Krippen bewundern. Lucéram ist zum DER Ort für Krippenliebhaber. Hier gibt es von der kleinsten Krippe in einer Nussschale bis zu einer lebensgroßen Krippe alle möglichen Varianten zu sehen. Leider haben wir es bisher noch nicht dorthin geschafft, weil es von uns aus doch eine Ecke ist bis hinter Nizza, aber das steht auf jeden Fall auf unserer Liste für das nächste Jahr. Unsere Mini konnte zumindest den Josef und seine Krippe in Aix-en-Provence besuchen.

Singen und Gospel-Chor an Weihnachten

Eine der schönsten und ersten Erinnerungen an die Weihnachtszeit hier, ist außerdem der phänomenale Gospel Chor in unserer kleinen Dorfkirche letztes Jahr. Vollkommen unerwartet, war das Gänsehaut-Feeling pur. Auch für die Minis super easy gestaltet.  Kinder, die nicht brav stillsitzen konnten, störten nicht,  sondern konnten herumlaufen und tanzen. Eine bessere Einstimmung auf Weihnachten geht fast nicht. Aber ich bin auch jemand, der jedes Mal beim Christmetten Schlusslied Stille-Nacht-Heilige-Nacht Tränen in den Augen hat. Dass hier gerne gesungen wird, kommt mir also entgegen – und unserer Mini offensichtlich auch.  😉

Was fällt mir sonst auf?

Schokolade und Schneemänner

Auf Kinderschokolade-Nikoläuse und goldene Lindtbären müssen wir auch nicht verzichten. Im Gegenteil. Man hat das Gefühl, man muss beim Einkaufen schon fast Geld drauf zahlen, wenn man an einen dieser nicht zu übersehenden Carrefour- Angebote vorbeigeht.

Außerdem hat es uns dieses Jahr in der Provence bereits Schnee beschert. Eine Seltenheit. Das fühlte sich gleich sehr nach Heimat an. Nur dass unsere Mini-Schneemänner Olivenaugen bekamen statt Knöpfe ;).

Belle Fêtes de Noel

Trotzdem zieht es uns an Weihnachten dieses Jahr wieder nach Hause und wir feiern in Good Old Munich. Denn egal welche Traditionen, für mich ist Weihnachten ein Familienfest. Am liebsten an einer großen Tafel mit allen zusammen. Da kann unsere Mini auch lauthals ihr Petit Papa Noel singen!

Ihr Lieben, egal wo ihr seid, freut Euch, ’s Christkind oder der Weihnachtsmann kommen bald!

Eure Pi

Weihnachten Aix en Provence

 

 

3 thoughts on “ Weihnachten in Frankreich
Über Nikolaus, Singen, Baumdeko und Krippen in der Weihnachtszeit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.