Diner en Blanc

Wir stellen euch ja gerne interessante Frauen und ihre Projekte auf Jules & Pi vor. Auch hier in Frankreich habe ich immer wieder das Glück, Mütter und Familien zu treffen, die eine tolle Idee in die Tat umgesetzt, oder eine spannende Lebensform haben. Und natürlich denke ich immer sofort, dass auch ihr sie kennen lernen müsst – wie die liebe Isabel Pasquier. Welche Erfahrungen sie hier als Deutsche in der Provence macht und was sie mit dem legendären Diner en Blanc zu tun hat, könnt ihr hier nachlesen:

Isabel Pasquier

Liebe Isabel, du hast schon an vielen Orten gelebt. Köln, Paris, Santiago de Chile… Jetzt wohnst Du seit zwei Jahren mit deinem Mann und deinem vierjährigen Sohn in Südfrankreich.Was magst du besonders an Eurem Familienleben hier in der Provence?

Ich finde das Leben hier sehr entspannt und empfinde es als Glück an einem solch schönen Ort der Erde leben zu können. Die Menschen sind hier weitaus entspannter als in grossen Städten und die Sonne tut den Gemütern auch gut! Man lebt quasi an einem Ort, an dem andere Menschen Urlaub machen. Ich finde es toll Sonntag morgens aufzustehen und spontan an den Strand zu fahren. Momentan blühen hier die Felder und wenn ich meinen Sohn zum Kindergarten fahre und ich an den bunten und wohlriechenden Feldern vorbeikomme, genieße ich das jedesmal.

Welche (deutschen) Dinge würdest du gerne hier einführen?

Die Pünktlichkeit und die Effektivität. Vieles dauert hier wahnsinnig lange und oft sind Dinge gerade in der Administration nicht sehr logisch.

Du bist oft in Paris. Fehlt dir die Großstadt?

Ich bin ungefähr zweimal im Jahr in Paris. Meistens im Sommer und in der Weihnachtszeit. Mir fehlt die Großstadt keineswegs. Ich finde gerade als Familie ist die Großstadt kein guter Ort zum Leben. Paris als Tourist zu besuchen, hat nichts mit Paris als Lebensmittelpunkt zu tun. Die Mieten sind sehr hoch, die Menschen äußerst gestresst und es bleibt kaum Zeit für ein Familienleben. Viele meiner alten Bekannten träumen von einem Leben ausserhalb der Großstadt. Sie trauen sich aber leider nicht den Schritt zu wagen, ihre Sicherheiten aufzugeben.

Dein Schwiegerpapa ist der Erfinder der legendären Diners en blanc. Gerade erst wurde der 30. Geburtstag des beliebten Picknicks in Weiß gefeiert. Es gab ein Riesen-Fest in Paris und ihr natürlich mitten drin. Wie lange habt ihr das Jubiläums-Picknick vorbereitet? Würdest du uns ein bisschen hinter die Kulissen blicken lassen?

Mein Schwiegervater kam vor 30 Jahren mit seiner Familie aus Tahiti zurück und wollte alle seine Freunde während eines Picknicks wiedersehen. Er veranstaltete ein Picknick im Bois de Boulogne und begann mit einer Hand voll seiner Freunden mitten in Paris das Diner en Blanc. Jedes Jahr wurden Freunde von Freunden mitgebracht und das Diner wuchs schnell in seiner Beliebtheit. Die Idee ist, einen schönen Abend mit Freunden zu verbringen und dabei chic in Weiß angezogen zu sein und sein Essen nach französischen Vorlagen vorzubereiten und zu geniessen.

Dieses Jahr sind aus den paar Freunden 17.000 Menschen aus aller Welt geworden und das Diner war ein grosser Erfolg. Mein Schwager, der in Montréal lebt, organisiert die Diners weltweit und hat die Idee zur Marke weiterentwickelt. Ich finde, dass die Idee des Vaters vor 30 Jahren ein gutes Beispiel dafür ist, seine Träume in Wirklichkeit umzusetzen, und auch dafür, dass alles möglich ist.

War das nun das letzte Diner en Blanc? Wie kann man sich auf dem Laufenden halten, wann und wo es das nächste Diner en Blanc geben wird?

Nein, es war definitiv nicht das letzte Diner en Blanc, aber mein Schwiegervater will sich langsam aber sicher aus der Organisation herausziehen und sich anderen Projekten widmen.
Man kann sich auf der Seite  https://international.dinerenblanc.com/worldwide einschreiben und sehen, wo genau auf der Welt das nächste Diner stattfindet. Der genaue Ort in der jeweiligen Stadt ist dabei “secret” bis zur letzten Sekunde. Das ist die Idee dahinter!

Vielen lieben Dank, liebe Isabel! Wir werden uns auf dem Laufenden halten… ;)

Alles Liebe,
Eure Pi