Leben_mit_Kindern

Das Leben mit Kindern ist wie eine Karussellfahrt: Schön, aufregend, auch mal ganz schön fad. Mit Teenagern fährt man mindestens Kettenkarussell, weiß Jules: Es wirbelt einen ganz schön durch. Und manchmal weiß man nicht, ob man weinen oder lachen soll.

Wenn ihr regelmäßig bei Jules & Pi zu Besuch seid, habt ihr vielleicht schon bemerkt, dass der Febraur fast rum ist, aber die Lieblinge des Monats Februar noch fehlen? Tatsächlich bin ich diesen Monat ganz spät dran, denn ich durfte für einen meiner Auftraggeber als Autorin eine Geschichte zu einem sehr spannenden Thema recherchieren und schreiben: Damit hatte ich alle Hände voll zu tun, aber es hat sich gelohnt, denn ich habe nun Feuer gefangen bei besagtem Thema und finde es so wichtig, dass ich euch auf jeden Fall wissen lasse, wenn der Artikel veröffentlicht ist – mehr darf ich noch nicht verraten. Während so einer Recherche bin ich manchmal übrigens ein ganz schönes Nervenbündel: Wie gliedere ich den Artikel? Erreiche ich alle wichtigen Experten? Schaffe ich den Abgabetermin?

Gespräche mit Teenagern? Anstrengend. Schön. Einfach irre manchmal

Das alles muss klappen, trotz normalem Familienalltag. Das alles klappt: Wegen des normalen Familienalltags. Denn weil meine Zeit durch die Kinder und ihre Bedürfnisse begrenzt ist, arbeite ich ziemlich diszipliniert, schiebe nichts auf. Manchmal, zugegeben, bin ich dann etwas gereizter als sonst. Könnte in einigen Situationen mit meinen kleinen Teenagern die Wände hochlaufen. Und dann wieder holen mich genau diese Situationen auf den Teppich, und ich könnte mich wegwerfen – vor Lachen. Und weil beides eben zum echten Leben mit Kindern gehört und einen durchs Leben trägt, gibt es diesen Monat besondere “Lieblinge”: Meine liebsten Gespräche mit meinen Kindern in den letzten Wochen und Monaten:

„Wie alt ist eure Mathe-Lehrerin denn?“

„Ich weiß nicht.“

„Naja ungefähr? So wie ich?“

„Nein, doch nicht so alt!“

„Hallo Mama, das Kino ist jetzt aus.“

„Super, dann fahrt gleich danach direkt nach Hause, nehmt die nächste S-Bahn.“

„Wie bitte?“

„Nehmt bitte gleich die nächste S-Bahn.“

„Was?“

„Die nächste Bahn nehmen.“

„Ich hör dich ganz schlecht.“

„Heimkommen. JETZT!“

„Mama, ich leg jetzt auf, ich hör dich nicht mehr.“

„Wo sind deine Handschuhe?“

„Weiß nicht.“

„Du hast sie wahrscheinlich in der Schule verloren.“

„Hab ich nicht.“

„Na, dann wären sie doch da.“

„Ich hab sie nicht in der Schule verloren.“

„Das musst du aber, du hattest sie neulich mit.“

„Sicher nicht.“

„Doch.“

„Nein!“

„Nein, sicher nicht. Sie sind mir aus dem Fahrradkorb gefallen.“

„Mama, unsere Lehrerin hat eine neue Frisur. Ist schlimm.“

„Aha.“

„Der Gregor hat es ihr gesagt.“

„Was gesagt?“

„Na, dass es scheiße aussieht.“

„Wie bitte? Oh Gott. Und was hat sie geantwortet?“

„Dass sie sich auch nicht sicher ist damit.“

„Kommt sofort ins Bad. Da kleben überall eure Zahnpasta-Reste.“

„Ich habe aber nachgewischt.“

„Kann nicht sein, guck mal hier.“

„Ach das. Ja, das geht nicht weg, die Zahnpasta klebt doch.“

„Klar, klebt die. Die musste du halt mal mit der Hand ran.“

„Was? Iiiiih!! Ne, das mache ich nicht!“

Alles Liebe, eure Jules

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